Die Geschichte des Deutschen Pinschers – und ihre Spuren in unserer Zucht

 

Wer sich mit den Ahnen unserer Hunde beschäftigt, begegnet auch der Geschichte des Deutschen Pinschers. In den Stammbäumen unserer Zuchtstätte de la Ville de Hamburg lassen sich verschiedene Stationen dieser Geschichte nachvollziehen: der Wiederaufbau in Deutschland durch Werner Jung, ältere Schweizer Linien und die spätere Dobermann-Einkreuzung.

 

Werner Jung und der Wiederaufbau in Deutschland

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Deutsche Pinscher in Deutschland kurz vor dem Verschwinden. Zwischen 1949 und 1958 wurden in Westdeutschland keine Würfe registriert. Werner Jung nahm sich der bedrohten Rasse an und begann Ende der 1950er-Jahre ihren Wiederaufbau.

Seine Zuchtgrundlage bestand aus fünf Hunden: der Deutschen Pinscherhündin Kitti vom Bodestrand und den vier übergroßen Zwergpinschern Jutta, Illo, Fürst und Onzo. Durch ihre gezielte Auswahl und Verpaarung schuf Jung eine entscheidende Grundlage für den Fortbestand der Rasse.

Diese Leistung ist eng mit der Geschichte des heutigen Deutschen Pinschers verbunden. Die fehlenden Wurfregistrierungen in Westdeutschland bedeuten jedoch nicht, dass weltweit sämtliche Pinscher und verwandten Zuchtlinien verschwunden waren. Gerade die älteren Schweizer Abstammungen zeigen, dass die Geschichte unserer Hunde über Jungs fünf Ausgangstiere hinausreicht.

 

Unsere Stammhündin Funia Herbu Godziemba

 

Mit Funia Herbu Godziemba, unserer Emma, geboren am 9. Januar 2010, begann unsere Zucht. Ihre Eltern waren Tokyo de la Capellière und Zafirah Zi Igniculus.

Die Erforschung ihrer Ahnentafel führt unter anderem über französische und niederländische Hunde zur älteren Schweizer Linie um Ueli vom Jonathal. Dessen Vater Golf v. Oberried ist in der internationalen Datenbank ausdrücklich als pfeffer-salzfarbener Schnauzer eingetragen. Uelis Mutter Bella vom Salberg stammt ebenfalls aus einer älteren Schweizer pfeffer-salzfarbenen Linie.

Damit enthält Emmas dokumentierte Abstammung auch Vorfahren außerhalb der fünf Ausgangshunde von Werner Jung. Die Verbindung zu Pinschern und Schnauzern ist hier an konkreten Ahnen nachvollziehbar. Die spätere Dobermann-Einkreuzung über Evi von der Edeltanne und Linda vom Nordkristall wurde in Emmas geprüften Ahnenzweigen dagegen nicht gefunden. 

 

Die Dobermann-Einkreuzung von 1989/1990

 

Eine weitere Station der Rassegeschichte ist das Zuchtvorhaben von Burkhard Voß, Zwinger vom Nordkristall.

Er setzte die Dobermannhündin Evi von der Edeltanne ein.

Nach seiner eigenen Dokumentation wurde sie im November 1989 belegt; der Wurf fiel im Januar 1990.

Für die Weiterzucht wurde ihre Tochter Linda vom Nordkristall ausgewählt.

Burkhard Voß beschrieb als Ziele unter anderem eine Verbesserung der Fortpflanzungsvitalität,

der Größe und des Gebisses sowie des Wesens.

Über Lindas Nachkommen gelangte diese Abstammung später in weitere Pinscherzuchten.

 

Cate und Donna Josefine: zwei Töchter, zwei väterliche Verbindungen

 

Unsere Zucht führten wir mit zwei Töchtern von Emma weiter: Cate de la Ville de Hamburg und Donna Josefine de la Ville de Hamburg. Beide führen die Schweizer Abstammung ihrer Mutter fort. Zusätzlich lässt sich bei beiden die Dobermann-Einkreuzung über ihre jeweiligen Väter nachweisen.

Cate, geboren am 9. März 2015, ist eine Tochter von Dino vom Zemp und Funia. Ihre Verbindung lautet:

Cate → Dino vom Zemp → Poli vom Zemp → Winnetou vom Zemp → Forest vom Blauen Wunder → Wilma vom Nordkristall → Linda vom Nordkristall → Evi von der Edeltanne.

Donna Josefine, unsere Josy, geboren am 1. März 2016, stammt aus der Verpaarung von Yarracitta Hotter than Hell for Dark Angels mit Funia. Bei ihr führt die Linie über:

Donna Josefine → Yarracitta Hotter than Hell for Dark Angels → Quester vom Blauen Wunder → Ina vom Blauen Wunder → Wilma vom Nordkristall → Linda vom Nordkristall → Evi von der Edeltanne.

Beide väterlichen Linien treffen somit bei Wilma vom Nordkristall zusammen. Über deren Mutter Linda führen sie zur Dobermannhündin Evi.

 

Was uns die Ahnentafeln erzählen

 

Die Stammbäume unserer Hunde machen sichtbar, wie verschiedene Züchter zur Entwicklung und Erhaltung des Deutschen Pinschers beigetragen haben. Neben Werner Jungs Wiederaufbau finden sich ältere Schweizer Linien und später gezielt eingeführte Abstammungen.

Dabei lohnt sich ein genauer Blick: Ein Zwingername allein beweist keine Einkreuzung. Entscheidend ist immer die vollständige Verbindung zwischen den einzelnen Hunden.

Für uns gehört das Wissen um diese Herkunft zur Beschäftigung mit unserer Rasse und unserer Zucht. Emma, Cate und Josy verbinden in ihren Ahnentafeln verschiedene Kapitel der Pinschergeschichte – eine Geschichte, die wir mit unseren Hunden weiterführen.

Die Angaben zu unseren Hunden beruhen auf den eingetragenen Abstammungen der German Pinscher Global Database. Sie dokumentieren genealogische Verbindungen; ein tatsächlich vorhandener DNA-Anteil lässt sich daraus nicht unmittelbar bestimmen.

 

Quellen und Ahnentafeln

Funia Herbu Godziemba

Cate de la Ville de Hamburg

Donna Josefine de la Ville de Hamburg

Ueli vom Jonathal und seine Vorfahren

Burkhard Voß: Dokumentation der Dobermann-Einkreuzung

 

 

Algemeine Infos zur Geschichte des Deutschen Pinscher

finden Sie auf der Homepage des Wallenfels Pinscher.

Herzlichen Dank an Martin Stuke für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung.

 

https://www.wallenfels-pinscher.de/historie.html

 

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