BLUTIGE OHRRÄNDER (Ohrrandnekrose)

Unter einer Nekrose wird in der Biologie und Medizin das Absterben von einzelnen oder mehreren Zellen verstanden. Die Nekrose ist pathologisch – das heißt, der Vorgang ist krankhaft und wird durch schädigende Einflüsse auf die Zelle ausgelöst, wie Gifte, Nährstoff- und Sauerstoffmangel, sowie Radioaktivität und andere. Daraufhin kommt es im Gewebe zu einem Absterben der Zellen und nachfolgend meistens zu einer Entzündungsreaktion. Je nach Gewebsart und Schadensausmaß heilt die Nekrose durch Nachwachsen überlebender Zellen komplett ab, oder aber der abgestorbene Gewebeteil wird durch eine bindegewebige Narbe ersetzt. (Wikipedia)

 

Nicht nur einige Deutsche Pinscher sonder auch Hunde anderer Kurzhaar-Rassen sind betroffen z. B. Rhodesian Ridgeback, Terrier, Dackel, Dobermann, Weimaraner und sogar Podencos (die Stehoren haben).

 

Erfahrungsgemäß können die Ohrrandprobleme zu jeder Jahreszeit auftreten. Zum ersten Mal meist im ersten Lebensjahr, zwischen dem 6 und 12 Lebensmonat.

 

Auch die Dicke der Ohrlappen bzw. Ohrränder spielt keine entscheidende Rolle, ob die Ohrrandnekrose nun auftritt oder auch nicht. 

 

Zu Beginn bilden sichan den Ohrrändern harmlose Pickelchen bzw. Verdickungen, die durch Kopfschütteln aufgehen und extrem stark bluten können. Durch weiteres ständiges Schütteln kann die Wunde nicht richtig abheilen.

 

Bleib die Wunde unbehandelt, stirb das Gewebe unter der Kruste ab und es können unschöne Einkerbungen entstehen.

 

Da die Ursache noch nicht geklärt ist, kann auch leider keine Vorsorge-Untersuchungen bei den Elterntieren erfolgen.

 

Die Behandlungen mit Kortison, Antibiotika, Aufbauspritzen, Durchblutungsfördernde Mittel, bringen leider selten den erhofften Erfolg.

 

 

 

BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN:

 

Sehr gute Erfolge haben wir und auch weitere Pinscher Besitzer mit einer Wundspülung namens REBOSAN und einem Hydrokolloid-Pflaster namens „VARIHESIVE“ erzielt.

 

 

Es handelt sich hier um ein Pflaster, das direkt auf die Wunde geklebt wird und durch seine spezielle Wirkung eine schnelle Heilung fördert.

Es stammt aus der Humanmedizin und wird z. B. bei der Altenpflege zur Wundheilung verwendet.

Das Praktische am Varihesive Hydrokolloidverband (Pflaster) ist auch das gute „Handling“ und die Tatsache, dass bis zu 7 Tagen kein Verbandwechsel nötig ist.

 

 

Ganz Wichtig!

Das Ohr bzw. die Wunde muss zuvor grundlich mit REBOSAN gereinigt werden und komplett trocken sein.

 

 

Dann wird das Pflaster direkt auf die Wunde geklebt.

Für ein Ohr nimmt man 2 Teile des Pflaster (was man vorher auf 4 Teile geteilt hat) 

 

 

Die zwei Teile klebt man von beiden Seiten aneinander, damit der Ohrrand wie ein „Sandwich“ in der Mitte beider Pflaster liegt.

Dabei soll man den Rand leicht überstehen lassen. Nach dem Aufkleben sanft mit den Fingern andrücken, denn durch die Wärme klebt es besser.

 

 

Zum Schluss sollen die Pflaster zu Recht geschniten werden und können so mehrere Tage auf der Wunde bleiben. 

(jedoch nicht länger als eine Woche) 

 

Evtl. kann man noch zusätzlich die oberen Klebeflächen des Pflaster mit Leukoplast Klebestreifen überkleben.

 

Sollte die Wunde nach Entfernen des Pflasters noch nicht ganz zugeheilt sein, soll der Vorgang auf jeden Fall wiederholt werden, bis die Wunde komplett verheilt ist.

 

 

PROPHYLAXE:

 

Wir bitten alle unsere Welpenkäufer die Ohren ihrer Hunde auf Sauberkeit regelmäßig zu kontrollieren.

 

Ein gesundes Ohr reinigt sich zu großen Teilen selbständig, aber man sollte regelmäßig nachschauen, etwa einmal die Woche und im Fall des vermehrtes Schütteln des Kopfes natürlich öfter. Die regelmäßige Kontrolle fördert die Verbundenheit und zeigt dem Hund zudem, dass Herrchen an seinem Ohr nichts Böses will. Wenn dann doch eine Behandlung notwendig wird, dürfte diese ob der Vertrauensbasis leichter durchzuführen sein.

 

Kratzt der Hund vermehrt an einem oder beiden Ohren, bzw. reibt diese an Gegenständen oder dem Teppich, liegt eine Entzündung des äußeren Gehörganges auf der Hand. Hält er dabei den Kopf schief ist es wohl einseitig. Einseitige Ohrenentzündungen haben auch häufig etwas mit einer Fehlernährung zu tun. 

 

Schon bei leichten Fällen von Entzündungen findet sich im Ohr viel braunes, übelriechendes Ohrschmalz. Bei einseitigen Erkrankungen, sollten Sie für jedes Ohr separate Reinigungsutensilien verwenden! Auch leichte Beschwerden sind bereits schmerzhaft, vor allem bei der Reinigung.

 

Zur regelmäßigen Pflege sowie als erster Versuch, das Problem in den Griff zu bekommen, hat sich die Kombination eines weichen Kosmetikpads mit einer Tränkung aus einer etwa erbsengroßen Menge Kokosöl mit 2-5 Tropfen Gamma Ritzol bewährt. Hiermit je nach Schwere der Symptome täglich bis 2x pro Woche am besten während  der Abendesruhe das Ohr behutsam reinigen.

 

Bei  einer (Leichten) Entzündung des äußeren Gehörganges bringt die Anwendung von Calendula-Tinktur oder Salbe Linderung und Verbesserung, unverdünnt 1-mal täglich aus der Tropfflasche bzw. dünn aufgetragen. Bei tiefliegendem Ohrenschmalz zusätzlich mithilfe einer Einmalspritze in die Ohrmuschel langsam einspritzen und nach 1-2 min den Hund ausschütteln lassen. Innerlich dazu Calendula D3, 2- bis 3-mal täglich 5 Globulis. 

Gute Erfahrungen haben wir auch mit den Produkten der Firmen: Marengo und cdVet gemacht. Die Produkte reinigen tiefgründig das gesamte Ohr. Die enthaltenden Öle pflegen und haben einen wohltuenden Effekt, das gesamte Ohr wird gründlich und nachhaltig vom Schmutz befreit. Bei einem Befall mit Ohrmilben wehrt cdVet MilbenEx Ohrreiniger die Lästlinge ab.

 

Diese Informationen ersetzen in keinem Fall den Gang zum Arzt oder Therapeuten.


Die Erkenntnisse und Empfehlungen basieren auf unseren eigenen langjährigen Erfahrungen.  

 

Alle Angaben sind ohne Gewähr!

 

 

IMPFREAKTIONEN beim Deutschen Pinscher:

 

Es kann vorkommen, dass Deutsche Pinscher Welpen ca. 8 bis 14 Tage nach der Erstimpfung mit Impfstoffen, die eine Staupe-Komponente enthalten, mit Staupe-ähnlichen Symptomen reagieren. Appetitlosigkeit, Apathie, Schwäche in der Hinterhand, wackeln mit dem Kopf, sind die ersten Anzeichen für eine Staupe-ähnliche Reaktion. Beim Tierarzt wird evtl. eine Mandelentzündung und Fieber diagnostiziert. Werden diese Krankheitssymptome nicht als Impfreaktion erkannt und nicht behandelt, kann es im fortgeschrittenen Stadium zu Epilepsie-ähnlichen Krampfanfällen kommen. Eine Behandlung mit Antiepileptika bringt hier keine Besserung. Bewährt hat sich eine Behandlung mit Kortikosteroiden (bspw. Prednisolon) und Antibiotika (Amoxicillin). Die Dosierung und Dauer der Gabe muss vom behandelnden Tierarzt dem jeweiligen Krankheitszustand angepasst werden. Je früher die Kortisongaben erfolgen umso niedriger kann die Dosierung angesetzt werden.

 

Den vollständigen Artikel hierzu finden Sie hier:

 

 

 

SCHILDDRÜSE:

 

Es kann vorkommen, dass bei einer regulären Untersuchung vom Normalwert abweichende Schilddrüsenwerte beim Deutschen Pinscher festgestellt werden. Das muss nicht gleich bedeuten, dass der Deutsche Pinscher Schilddrüsen-Probleme hat.

Im Dezember 2003 erging an die Pinscherhalter folgender Aufruf zur Mitarbeit an einem kleinen Projekt zur Ermittlung der T4-Normalwerte:

 

"Liebe Besitzer Deutscher Pinscher
Es ist für Sie ganz selbstverständlich, dass sich der Deutsche Pinscher in Aussehen und Wesen von Hunden anderer Rassen deutlich unterscheidet. Ganz im Gegensatz dazu wird aber genau so selbstverständlich davon ausgegangen, dass die Blutwerte für alle Hunderassen gleich sind. In der Regel liegt man damit auch richtig.
Es sind aber auch Ausnahmen bekannt, die beachtet werden müssen, um eine Fehldiagnose zu vermeiden. Ein Beispiel sind die Schilddrüsenhormonwerte, deren Normalwerte bei Windhunden von denen anderer Hunderassen abweichen. Seit kurzem gibt es auch Hinweise darauf, dass die Schilddrüsenhormonwerte bei gesunden Deutschen Pinschern im Mittel deutlich über denen anderer Hunderassen liegen.
Dies birgt bei Unkenntnis dieser Gegebenheit zwei Gefahren. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass bei einem schilddrüsengesunden Deutschen Pinscher fälschlich eine Überfunktion diagnostiziert wird oder aber bei einem schilddrüsenkranken Deutschen Pinscher eine Unterfunktion nicht erkannt wird. ..."

 

In der darauffolgenden Untersuchung von 35 gesunden und schilddrüsenunauffälligen Deutschen Pinschern stellte sich heraus, dass die T4-Werte (Thyroxin) tatsächlich im Schnitt deutlich über den als normal angesehenen Werten liegen können.

 

Bei den untersuchten Deutschen Pinschern ergaben sich folgende T4-Werte:
DP s/r: 22 - 57 nmol/l     umgerechnet   1.71 - 4.43 µg/dl
DP rot: 32 - 70 nmol/l     umgerechnet   2.49 - 5.44 µg/dl

 

 

HÜFTGELENKSDYSPLASIE (HD)

 

Eine Hüftdysplasie ist eine chronisch verlaufende, schmerzhafte Fehlbildung der Hüftgelenke. Dabei hat der Oberschenkelkopf schlechten halt in der Hüftgelenkspfanne. HD ist zum grossen Teil genetisch bedingt und kann zum Teil durch Haltungs-, Umwelt- und Ernährungsbedingungen beeinflusst werden. Wie gross die genetische Komponente dabei ist, ist noch umstritten. Man geht davon aus, das vor allem eine falscher Umgang während der Wachstumsphase die Ausbildung einer HD begünstigen können, so z.B. Überversorgung mit Futter, Übergewicht, Mangel in der Ernährung, zu schnelles Wachstum, Welpen die ausschliesslich auf glatten Boden gehalten werden, Überbelastung oder Fehlbelastung.

 

Vererbung:
Der Erbgang der Hüftdysplasie ist polygen, d.h. das Auftreten einer HD wird von vielen Genen bestimmt, daher ist das ausmerzen der HD nicht einfach und braucht viel Zeit.

 

Beim Deutschen Pinscher gehört die HD-Untersuchung mit einem, vom Spezialisten ausgewerteten, Röntgenbild zu den Pflichtuntersuchungen. Das korrekte röntgen kann nur in Narkose erfolgen, da für aussagekräftige Bilder die Hinterbeine eingedreht und die Gelenke überstreckt werden. Nur das richtige Lagern des Hundes führt anschliessend zu auswertbaren Bildern. Die Bilder werden an ganz bestimmte Auswerter geschickt, die eine Bewertung des Hüftgelenks vornehmen.

 

 

 

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